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Es ist Montagmorgen. Du liest die Blaupause, den Newsletter, mit dem du Communitys besser verstehst und erfolgreich Mitgliedschaften anbietest. Heute: Eine tolle Plattform – fehlt nur das Geschäftsmodell.

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Wie finanzieren wir den Journalismus der Zukunft?

Beim scoopcamp kommen über 150 Entscheider*innen der Medienbranche zusammen, um über die wirtschaftliche Zukunft des Journalismus zu sprechen. Im Fokus: tragfähige Geschäftsmodelle, strategische Perspektiven und konkrete Erfahrungen aus der Praxis.

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Hallo!

Ich könnte Hilfe gebrauchen bei der Produktentwicklung. Es geht um Folgendes.

Bei Steady betreiben wir ein Projekt namens Torial (Öffnet in neuem Fenster). Die Hintergründe hatte ich vor einer Weile hier aufgeschrieben (Öffnet in neuem Fenster), aber knapp zusammengefasst hilft die kostenlose Plattform tausenden freien Journalist:innen im deutschsprachigen Raum, ihre Arbeit zu sammeln und sichtbar zu machen. Viele arbeiten für verschiedene Medien, was es schwer macht, alle Artikel einer Person aufzufinden.

Torial löst dieses Problem, indem es allen Freien ermöglicht, kostenlos ein Portfolio zu erstellen, das ihre Arbeit übersichtlich darstellt. So können Auftraggeber leicht nach Themen oder Autor:innen suchen und freie Journalist:innen finden, die zu ihren Anforderungen passen. Hier beispielhaft mein Portfolio (Öffnet in neuem Fenster):

Am Donnerstag haben wir Torial Features hinzugefügt, die ich wirklich cool finde. Getestet haben sie noch wenige, denn Torial-Usern haben wir bisher noch nicht Bescheid gesagt. Wenn du mir einen Gefallen zun möchtest: teste das neue Torial mal und gib mir Feedback → weiter zu Torial (Öffnet in neuem Fenster).

Das sind die neuen Features:

Portfolios nach Ort und Thema finden

Mit der neuen Kartensuche können Redaktionen Journalist:innen nach Ort und Umkreis finden. Wer beispielsweise eine Person für eine Recherche in Köln sucht, kann sich alle passenden Profile in der Umgebung anzeigen lassen und die Ergebnisse zusätzlich nach Themen filtern. Die Karte zeigt neben Deutschland, Österreich und der Schweiz auch deutschsprachige Journalist:innen in aller Welt, es ist spannend, wo überall Leute sitzen, die auf Aufträge warten.

Torial mit KI-Assistenten verbinden

User können Torial als MCP-Connector in KI-Assistenten wie Claude und ChatGPT einbinden und dort nach Journalist:innen und Themen suchen. Journalist:innen können mit einem verbundenen Assistenten sogar das eigene Portfolio pflegen.

Aufträge direkt ausschreiben

Auftraggeber:innen können neue Jobs jetzt direkt auf Torial veröffentlichen. Während der Eingabe zeigt eine Live-Vorschau, wie die fertige Ausschreibung aussehen wird. Gleichzeitig sorgt Torial für fairere Bedingungen. Ausschreibungen müssen mindestens 20 Euro pro Stunde, 200 Euro pro Tag oder 2.000 Euro pro Monat bieten. Angebote unter diesen Mindesthonoraren können nicht eingereicht werden.

Videos und Podcasts direkt im Portfolio

Videos und Audio-Beiträge lassen sich jetzt direkt im Portfolio abspielen. Unterstützt werden unter anderem YouTube, Vimeo, Spotify, SoundCloud, ARD, ZDF und Arte.

Besucher:innen müssen Torial dadurch nicht mehr verlassen, um ein Video anzusehen oder einen Podcast anzuhören.

Außerdem gibt es jetzt …

  • einen Dark-Mode

  • Suchmaschinen finden Themen-, Orts- und Ausschreibungsseiten besser

  • eine neue Übersichtsseite zeigt, zu welchen Schwerpunkten Journalist:innen auf Torial arbeiten

  • die Reihenfolge der Beiträge lässt sich per Drag-and-drop ändern

  • im Dashboard gibt es Statistiken

Einige weitere Ideen folgen in den kommenden Wochen und je nach Feedback der User fügen wir zusätzlich Funktionalität hinzu.

Und jetzt das Problem

Torial ist zwar eine kritische Infrastruktur des deutschen Journalismus, aber die Plattform hat kein Geschäftsmodell. Portfolios sind kostenlos für freie Journalist:innen, die dort ihre Arbeit präsentieren, und so soll es auch bleiben.

Unser Versuch, Torial zu einem two-sided marketplace zu machen und für Ausschreibungen Geld zu verlangen, war nicht erfolgreich. Das ist auch in den USA zweimal gescheitert (Ebyline und Contently), weil Redaktion und Autor:in nach dem ersten Kontakt einfach direkt weitermachen.

Was bleibt? Zwei Ideen:

  1. Wer sucht, zahlt. Redaktionen und Agenturen, die gezielt nach Fachleuten suchen oder einen Auftrag ausschreiben, könnten dafür einen kleinen Betrag zahlen. Mal sehen, ob wir das bald ausprobieren.

  2. Die andere ist unsere eigentliche Wette: Torial als das Verzeichnis, in dem steht, wer im deutschsprachigen Journalismus ein echter Mensch mit echten Arbeitsproben ist. Seit das halbe Netz aus Maschinentexten besteht und KI-Assistenten für Redaktionen recherchieren, ist zukünftig nicht mehr klar, wer hier eigentlich schreibt – Mensch oder Maschine? Dieses Verzeichnis lesen dann nicht nur Menschen, sondern auch diese Assistenten – und wer es in großem Stil systematisch abfragt, zahlt dafür.

Mein Eindruck ist, dass die Richtung stimmt, es aber noch eine Weile dauern wird, bis KI-Agenten Leute engagieren, die dezidiert menschengemachte Inhalte zuliefern. Deswegen meine Frage: Übersehen wir etwas? Wie könnte Torial anders Geld verdienen und dadurch nachhaltig wirtschaftlich unabhängig operieren?

Ich freue mich über Hinweise auf Probleme mit der neuen Torial-Version, und über Ideen für das Geschäftsmodell. Antworte einfach auf diese Mail. Danke!

Bis Montag
👋 Sebastian

PS:

Taskmaster ist zurück. Genau, das ist die unterhaltsamste Comedy-Sendung der Welt, über die ich vor etwa einem Jahr geschrieben habe.

https://youtu.be/w-pNR-MeIDc?si=dukb8GtDhjp6yIxx (Öffnet in neuem Fenster)

Ein bekanntes Gesicht gibt es in jeder Staffel, und während das beim letzten Durchgang vor einigen Monaten mit Kumail Nanjiani noch ein echter Hollywood-Star war, ist es in der 22. Staffel mit Richard Ayoade ein Virtuose der ur-britischen Awkwardness (vornehmer: British reserve). Splendid.

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Es ist soweit: KI wird auch den größten Enthusiasten unheimlich, seit eine Horde künstlicher Agenten Anfang Juli aus ihrem Software-Käfig ausgebrochen ist und gemeinsam mindestens eine Webseite gehackt hat, ohne das jemand bei Open AI das wollte oder auch nur mitbekommen hätte. Was da genau passiert ist, wir umso besorgniserregender, je mehr man über die Geschichte lernt.

Hier sind einige Quellen, mit denen auch Nicht-Techniker verstehen, was passiert – und was es bedeutet.

Kategorie Startup

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