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Lust auf einen Kaffee?

Es ist Montagmorgen. Du liest die Blaupause, den Newsletter, mit dem du Communitys besser verstehst und erfolgreich Mitgliedschaften anbietest. Heute: ein neuer Ort, wo wir uns austauschen können.

Hallo!

Ich habe eine Vermutung und würde – mit deiner Hilfe – gern herausfinden, ob sie stimmt. Hier kommt die Vermutung: Blaupause-Leser:innen bilden eine Community – es fehlt nur ein Ort, wo wir uns austauschen können.

Ich habe starke Signale, dass das stimmt: Zum Beispiel haben wir uns vor einigen Jahren schon mal zum Blaupause-Tag in Berlin (Öffnet in neuem Fenster) getroffen; die Community-Calls der zahlenden Mitglieder sind interessant und lehrreich; ich höre immer wieder die Frage, wann wir uns treffen und austauschen können.

Offen gesprochen hatte ich bisher zu viel Respekt vor dem Schritt, eine Online-Community aufzusetzen und zu betreuen. Denn die meisten Communitys funktionieren einfach nicht. Sie scheitern nicht am Interesse und am guten Willen; sie kollabieren nicht oder scheitern spektakulär. Stattdessen kommen sie meistens erst gar nicht in Fahrt (Öffnet in neuem Fenster).

Nach dem alten Grundsatz „Wer Hundefutter verkauft, sollte es selbst essen“ möchte ich ab heute und für die nächsten paar Monate versuchen, die mehr als 3.000 Blaupause-Leser:innen in eine neue Blaupause-Community einzuladen. Ich bin entschlossen, es richtig zu machen und die üblichen Anlaufschwierigkeiten zu überwinden. Es geht – aber nur mit deiner Unterstützung.

Das liegt vor allem daran, was man alles richtig und falsch machen kann. Mit den sieben handwerklichen Hinweisen dieser Ausgabe klappt es hoffentlich besser.

1. Setze ein Ziel

Eine Community ist kein weiterer Kanal für deine Texte. Dort holen sich die Leute etwas voneinander, das sie bei dir nicht finden. Communitys funktionieren, wenn sie Menschen vernetzen (Öffnet in neuem Fenster) oder ein gemeinsames Bedürfnis bedienen. Frage dich also: Kannst du in einem Satz sagen, was deine Leser:innen voneinander bekommen?

In der Blaupause-Community

Mein Satz für die Blaupause-Community: „Die Community für Medienmacher:innen: verstehen, was passiert – ausprobieren, wie es funktioniert.“ Mit Medienmacher:innen meine ich alle, die Medien machen und davon leben wollen: allein, im Verlag, in der Agentur.

Die Community soll zwei Zwecke erfüllen.

  • Erstens das Einordnen: Zu jeder meiner Newsletter-Ausgaben über aktuelle Entwicklungen gibt es dort eine Debatte. Wo liege ich falsch, was fehlt, wie können wir gemeinsam weiterdenken?

  • Zweitens stelle ich sie mir wie eine Werkstatt vor: Die Mitglieder berichten von ihren Erfahrungen mit Preisen, Willkommens-Mails und Kampagnen, zeigen ihre Ergebnisse und unterstützen sich gegenseitig mit Tipps.

2. Fang klein an

„Atomares Netzwerk“ nennt das Andrew Chen, Investor bei der US-Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz und früher für Wachstum bei Uber zuständig, in seinem Buch „The Cold Start Problem“ (Öffnet in neuem Fenster): die kleinste Gruppe, die allein funktioniert. Der Tipp ist: Lade zuerst die Hardcore-Fans ein, den harten Kern (Öffnet in neuem Fenster) der Community. Denn niemand bricht gern das Eis. Wenn eine Community leer ist und niemand teilnimmt, ist es vorbei, bevor es richtig losging.

In der Blaupause-Community

Das atomare Blaupause-Netzwerk sind wahrscheinlich die zahlenden Mitglieder oder die Menschen, die extra nach Berlin gereist sind, um einander zu treffen. Aber vielleicht auch du: Ich würde mich freuen, wenn du dich an einem Gespräch in der Community beteiligst oder sogar selbst eines startest.

3. Mach winzige erste Schritte

Forscher:innen an der Carnegie Mellon University haben schon 2006 Diskussionsforen ausgewertet. Das Ergebnis (Öffnet in neuem Fenster): Neulinge, die sich vorstellten oder eine konkrete Frage stellten, bekamen eher eine Antwort. Ein kleiner erster Schritt funktioniert also gut. Verlange von neuen Mitgliedern am Anfang nur eine Vorstellung oder eine Frage.

In der Blaupause-Community

  1. Lade die App namens Andante herunter (iOS (Öffnet in neuem Fenster) oder Android (Öffnet in neuem Fenster)) und melde dich mit deiner Mailadresse (an die diese Mail geht) bei der Blaupause-Community an.

  2. Gehe zu „Mitreden“, starte einen Beitrag und stell dich in einem Satz vor: dein Name, was du machst.

  3. Antworte mindestens einmal auf den Beitrag eines anderen Mitglieds.

Ich weiß: Das Ganze dauert zwar nur drei Minuten, ist aber nicht wirklich winzig. Ich würde mich sehr freuen, wenn du trotzdem dabei bist.

4. Antworte immer

Für neue Mitglieder ist der erste Beitrag ein Test: Hört hier jemand zu? Wer keine Antwort bekommt, kommt wahrscheinlich nicht wieder (Öffnet in neuem Fenster).

In der Blaupause-Community

Darum mein Vorsatz: In den ersten 14 Tagen antworte ich jeder ersten Wortmeldung am selben Tag.

5. Folge festen Terminen

Eine Community braucht Rhythmus. Sie braucht feste Termine, die immer stattfinden, gerade wenn gerade am Anfang wenige kommen (das ist normal). Nur wenn die Leute eine Community in ihren Alltag integrieren können, wird sie Luft unter die Flügel bekommen.

In der Blaupause-Community

Es gibt mindestens einen festen Termin in der Woche: Montags endet die Blaupause-Ausgabe künftig mit einer Frage, die du in der Community-App beantworten kannst. Oder du liest zumindest die Antworten der anderen Mitglieder.

Jeden ersten Freitag im Monat gibt es den „Blaupause Coffee Shop“: eine Stunde Video-Call, zu dem man nur eine Sache mitbringen muss: einen Kaffee.

Un es geht gleich los: Am Freitag, 6. November, um 15 Uhr gibt es den ersten Coffee Shop. Hier anmelden in der Community-App: iOS (Öffnet in neuem Fenster) oder Android (Öffnet in neuem Fenster).

6. Schaffe Sicherheit

Jakob Nielsen (Öffnet in neuem Fenster) (ein UX-Forscher) stellte schon 2006 die 90-9-1-Regel auf: In großen Online-Communitys lesen 90 Prozent nur mit. 9 Prozent reagieren ab und zu, mit einem Like oder einem kurzen Kommentar. Und 1 Prozent schreibt fast alle Beiträge.

In kleinen, geschlossenen Gruppen sieht es besser aus. Hier gilt im besten Fall 70-20-10 (Öffnet in neuem Fenster): 70 Prozent lesen, 20 Prozent reagieren, 10 Prozent schreiben regelmäßig.

70-20-10 statt 90-9-1: In guten Communitys lesen 70 Prozent, 20 Prozent reagieren, 10 Prozent schreiben regelmäßig.

Ein plausibler Grund: Leute im Internet können sich nur öffnen, wenn sie wissen, wer mitliest und welche Regeln gelten. Nur dann äußern sich auch Leute, die sonst kein Interesse an Online-Diskussionen haben und zu den 90 Prozent zählen.

In der Blaupause-Community

Meine Regel: Die Blaupause-Community ist ein Ort für freundliche und konstruktive Unterhaltungen. Wer sich respektlos verhält, bekommt erst eine gelbe Karte, beim zweiten Mal eine rote. Das heißt: Die Person muss gehen. Was „respektlos“ bedeutet, entscheide ich.

7. Erwarte wenig, plane langfristig

Rechne nicht damit, dass alle mitmachen. Die meisten Leute lesen nur mit, und eine Community braucht Wochen, bis sie trägt. Miss deshalb nicht nach dem ersten Tag, sondern nach zwei Monaten.

In der Blaupause-Community

Mehr als 3.000 Blaupause-Leser:innen, das klingt erst mal viel. Aber alles ist relativ:

  • Wenn die Hälfte die Mail öffnet und noch weniger den Text liest, sollte ich wahrscheinlich von einem Potenzial von etwa 1.000 Leuten ausgehen.

  • Hoffentlich gilt bei ihnen die 70-20-10-Regel (statt 90-9-1). Das würde bedeuten: 100 Leser:innen diskutieren mit – langfristig betrachtet.

  • Das gilt aber sicher nicht für die erste Woche. Sollten sich nur zehn oder zwanzig Menschen finden, die in den ersten Tagen mitdiskutieren, wäre ich rein statistisch zufrieden.

Entscheidend sind die Wochen danach. Erst dann zeigt sich, ob die Community überlebt. Nach 14 Tagen hoffe ich auf 150 Mitglieder, von denen 30 aktiv mitreden. Erst nach acht Wochen will ich Bilanz ziehen, also ungefähr zu Weihnachten.

Meine Einladung an dich,!

Ich möchte dich in meine neue Community für Medienmacher:innen einladen. Gemeinsam wollen wir verstehen, was passiert, und ausprobieren, wie es funktioniert. Der erste Schritt dauert wenige Minuten und verpflichtet dich zu nichts.

  1. Melde dich für den Blaupause Coffee Shop an: Freitag, 6. November, 15 Uhr. (anmelden in der App: iOS (Öffnet in neuem Fenster) oder Android (Öffnet in neuem Fenster))

  2. Stell dich in einem Satz vor: Einfach dein Name und was du machst.

  3. Antworte auf mindestens eine andere Vorstellung – dann kommt unsere Community in Fahrt.

Bis Montag!
👋 Sebastian

Kategorie Community

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